zero-waste Produktion für die Alpenkonvention

Die neuesten Drucksorten für die Alpenkonvention wurden mit einem besonderen Verfahren hergestellt: dem Cradle-to-Cradle-Druck (C2C). Cradle-to-Cradle bedeutet übersetzt von der Wiege bis zur Wiege. Dabei ist das C2C-Verfahren keine Produktionsweise, die sich nur auf Drucksorten beschränkt, mittlerweile kann man auch Kleidung und sogar Putzmittel kaufen, die auf besonders umweltschonende Weise hergestellt werden. C2C bedeutet nämlich, dass alle Stoffe, die bei der Herstellung und beim Recycling eines Produktes anfallen, (wieder) verwertbar für andere Produktionen sind und dabei keine negativen Folgewirkungen für Mensch, Tier und Umwelt haben. Hinzu kommen noch umwelt- und gesundheitsrelevante Aspekte, z.B. die Wirkung auf allergiesensible Personen, die Verwendung von Ökostrom, soziale Standards und der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser.  

Aber was ist nun am C2C so besonders?

Beim Altpapierrecycling wird nur Zellstoff zurückgewonnen. Farben, Lacke und die restlichen Füllstoffen – also 15–50 % des Gesamtvolumens – bleiben im Schlamm zurück und machen diesen hochgiftig. Der Schlamm wird als Abfallprodukt momentan entweder verbrannt oder in der Beton- und Ziegelindustrie verwertet. Dabei gehen jedoch wertvolle Stoffe verloren und problematische Stoffe können auf lange Sicht wieder in den Kreislauf der Natur gelangen. Wenn die verwendeten Komponenten im Druckprodukt aber sicher für den biologischen Kreislauf sind, dann ist auch der Schlamm kein Abfall mehr, sondern Nahrung. Er enthält etwa organische Zellstoffteilchen, die den Boden dabei unterstützen, Feuchtigkeit zu speichern. Der Abfall von Druckprodukten wird so zum wertvollen Dünger für Böden. Bisher wurden Farben und Druckverfahren mit dem Ziel entwickelt, effiziente und wirtschaftliche Produkte herzustellen. Dass sich derartige Herstellungsverfahren aber auch negativ auf unsere Gesundheit auswirken können – einmal ganz abgesehen von den negativen Folgen für die Umwelt – zweigt etwa die Verwendung von Chemikalien aus alten Druckfarben in Kartons und Verpackungen für Lebensmittel. Ein anderes Negativbeispiel ist Recycling-Toilettenpapier: Die darin enthaltenen Schadstoffe und Schwermetalle aus Druckfarbenresten gelangen in das Klärsystem und erschweren die wichtige Rückgewinnung von Phosphor erheblich.

Zusammenfassend lässt sich C2C-Druck so beschreiben:

  • Die Druckfarben sind auf Pflanzenöl-Basis.
  • Das Papier ist aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern (FSC bzw. PEFC).
  • Es wird klimapositiv gedruckt.
  • Alle anfallenden Stoffe sind für Mensch und Umwelt nicht schädlich.
  • Kompostieren, verbrennen, recyceln – es bleibt kein Müll zurück.

Die insgesamt vier Broschüren in vier bzw. fünf Sprachen für die Alpenkonvention haben ein handliches A5 Format und wurden auf Pureprint Matt gedruckt. Der anspruchsvolle Sprachduktus wird von einem zurückhaltenden Design begleitet, sodass die Inhalte im Vordergrund bleiben. Besonders hervorzuheben sind noch die Bilder, die uns die Alpenkonvention selbst zur Verfügung gestellt hat: Sie zeigen die Schönheit der Alpen und transportieren die Botschaften der Alpenkonvention stets mit.

 

Realisierung: Dezember 2016 bis Mai 2017
Projektleitung und Betreuung: Marina Unterberger; Grafik: Madeleine Gabl und Max Prestel; Kunde: Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention;

Mehr Informationen zum Cradle-to-Cradle-Druck: https://www.youtube.com/watch?v=ZC9mNGUORR0

Die Broschüren finden Sie auf: www.alpconv.org 

 

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